Über die Arbeiten

In ihrer Beschäftigung mit Fotografie interessiert sich Tatjana de Luxe,

in erster Linie für das Porträt, wobei es ihr nicht um die traditionelle, möglichst charakteristische Darstellung einer Person geht, sondern um übergeordnete Aussagen zu den Themen Wirklichkeit, Zeit, Erinnerung, Gedächtnis und Identität. Dazu geht sie prozessual vor, d. h. sie arbeitet einerseits in Serien, andererseits manipuliert sie die Fotografien bis hin zu weitgehender Unkenntlichkeit der Person. Dies ist zunächst einmal eine destruktive Handlung kontra traditionelle Idealschönheit und ästhetische Perfektion, eröffnet aber gerade deshalb neue, andere Möglichkeiten – die Bilder werden mit Energie und Lebendigkeit aufgeladen...

Tatjana de Luxe Fotoarbeiten basieren auf realen Gegebenheiten, aber im Zuge der prozessualen Arbeit daran wird die Realität unterlaufen. Es ist eine Absage an die Wirklichkeit, d.h. die subjektive Sicht der Fotografin auf die Wirklichkeit wird gezeigt. Im Gegensatz zur realitätsvermittelnden Dokumentationsfotografie sind hier die Ergebnisse malerisch-poetisch, geheimnisvoll und sinnlich. Die zum großen Teil unter dem Schwarz verborgenen Gesichter erwecken Lust, mehr zu entdecken, eröffnen Imaginationen und Emotionen. Es sind sozusagen „erweiterte Porträts“, entstanden aus Ratio und Experiment. Auch das Medium Fotografie wird dabei bis an die Grenzen ausgelotet. Fotografieren, um die Fotografie zu verlassen (durch Übermalung).

Die Fotografien gehören, ebenso wie die Videoarbeiten, zu ihrem vor sechs Jahren begonnenen Projekt mit dem Titel „Sealed time“, versiegelte Zeit. Bei den Fotoarbeiten kann man die partielle Übermalung auch als „Versiegelung“ der Oberfläche sehen. Die Farbigkeit und Helligkeit der Bilder an den nicht bemalten Stellen verändern sich unter Lichteinwirkung, der sie Tatjana de Luxe ganz bewusst aussetzt. Die Bilder sind also einem ständigen Wandel unterlegen.

Mit den Videoarbeiten verfolgt Tatjana de Luxe die gleiche Absicht wie mit den Fotografien. Auch hier verunklärt sie eine Vorlage, um eindeutige Zuordnungen von Raum, Zeit und Identität zu unterlaufen.

Aus den kurzen Sequenzen gestaltet sie einen Film, jenseits von Ort und Zeit. Sie macht sichtbar, was man sonst aufgrund der Kürze nicht sehen würde.

Die Inhalte der Filme bleiben uneindeutig, dazu trägt auch die atmosphärische Stimmung bei. Die Filme wirken poetisch, romantisch, rätselhaft, geheimnisvoll und dadurch ungeheuer assoziationsstark.


Dr. Petra Noll M. A. 2007

Geboren in Litauen

freischaffende Künstlerin.

Konzeptuelle, medienübergreifende Arbeiten im Bereich Video, Installation, Fotografie, Malerei, Grafik.

Zahlreiche Ausstellungen im

In- und Ausland, u.a. in Australien, Italien, Irland, Spanien, Frankreich, Österreich,  USA, Tschechien, Slovakei, Polen, Litauen und Russischen Föderation.

Leiterin der Galerie „bananapark“. Kuratorin und Organisatorin zahlreicher Ausstellungen und Projekte.

Tatjana de Luxe was born in Lithuania.

In 1977 she went to West-Germany.

She is working conceptually with site-specific Installation Art using Modern Media as video as well as video, photography, painting, drawing and objects.

On residencies she had been to England, Ireland, Greece, Maroc, Spain, Czech Republik and Russia.

Several works she has done for the public space.

Tatjana de Luxe has founded and is running the Bananapark Gallerie  organizing art projects and exhibitions in Germany and abroad.

She recieved grants from the bavarian art fund.

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About the photographical und video works


The current work of Tatjana de Luxe is about time, reality, memory,

recall and identity.

She renders them ambiguous, using spezial techniques to strip away their context – time, place and content.

Their fragileness lies in a calculated rejection of the pathos of unambiguity.

The world is percieved directly and solely through movement. Only short moments of this continuous film stay in our memory. Through the medium

of video, Tatjana attempts to reveal meaning in each of these images without clearly identifying their subjects; sometimes their titles refer to the external appearance of the subject rather than the subject itself.

By freeing the pictures from their filmed context, their form is freed from their content and reveals itself. The essence of these works lies in the fact that they have become hybrids with identities which are hard to pin down. Many subjects have been pushed to the limit and are practically unrecognisable. Outlines

swim in diffused light, assumptions and shreds of memory fool the viewer.

They become abstractions, yet never abandon or manipulate reality.

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